Das Kaffeehaus als zweites Wohnzimmer der Stadt
Eine Tasse, ein Marmortisch, kein Zeitdruck: warum das alte Café am Markt mehr ist als ein Ort zum Kaffeetrinken.
Es gibt schnellere Orte für einen Kaffee, billigere auch. Aber keinen, an dem man so selbstverständlich eine Stunde sitzen bleiben darf wie im alten Kaffeehaus am Markt. Eine Tasse, ein Marmortisch, eine Zeitung am Holzstab — und niemand, der drängt.
Der Luxus, einfach zu bleiben
Stammgäste haben hier ihren festen Platz, ohne dass je darüber gesprochen wurde. Der Kellner kennt die Bestellung, bevor man sitzt. Am Nachmittag treffen sich drei Generationen an denselben Tischen: Schüler über Heften, Rentner über Schachbrettern, und irgendwo dazwischen jemand, der einfach nur zusieht.
Ein gutes Kaffeehaus verkauft keinen Kaffee. Es verkauft die Erlaubnis, eine Weile niemandem zu gehören.
Geöffnet ist bis zum Abend. Wer einen Fensterplatz ergattert, gibt ihn so schnell nicht wieder her.
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